Auto-Kenner Ferdinand Dudenhöffer hält Diskussionen über ein Verbot von Verbrennungsmotoren im Jahr 2035 für überflüssig. Er glaubt, der Markt werde diese Entwicklung ohnehin selbst vorantreiben.
Marktentwicklung und Preisparität
Im Gespräch mit dem YouTube-Kanal „René will Rendite“ betont Dudenhöffer: Der Preisunterschied zwischen Autos mit Verbrennungsmotor und Elektrofahrzeugen nimmt rapide ab. Bereits jetzt liegt er oft nur noch im niedrigen vierstelligen Bereich. In einigen Segmenten werden E-Autos in den nächsten Jahren sogar preislich gleichziehen – ohne staatliche Eingriffe oder Verbote.
Damit hält der Experte das Thema „Verbrenner-Aus“ grundsätzlich für überflüssig – weil der Markt ganz von allein in Richtung Elektromobilität driftet.
Politischer Gegenwind bleibt
Trotz dieser Prognose wird das Vorhaben in der politischen Diskussion weiter heiß geführt: Unter anderem fordern Politiker wie Markus Söder (CSU) und Sahra Wagenknecht, die Einführung des EU-Verbots zu überdenken. Auch die FDP spricht sich offen für eine Rücknahme aus.
Dudenhöffer warnt davor, mit solchen Debatten die Automobilindustrie massiv zu schädigen. Deutschland brauche den E-Mobilitätsmarkt dringend als Grundlage für den Schritt in eine Massenproduktion – ein Rückzieher würde die Innovationskraft gefährden. Zugleich prangert er die voreilige Abschaffung der Umweltbonus-Förderung als schwerwiegenden Fehler an: Sie habe den Absatz klimaschonender Fahrzeuge unnötig gebremst.
Industrie unter Druck – und gleichzeitig im Wandel
Ein ausgefallenes Verbot wäre auch aus Sicht der Industrie schädlich. Besonders der Verband der Automobilindustrie (VDA) fordert inzwischen eine Anpassung des Ziels – etwa eine Reduktion der CO₂-Emissionen um 90 % anstelle eines kompletten Verbots ab 2035. Entsprechend deutet sich ein Strategiewechsel von „Electric Only“ hin zu mehr Technik-Neutralität an – also eine Koexistenz verschiedener Antriebe unter dem Motto „Wettbewerb der Technologien“.
Rechtliche Kontroversen und CO₂-Messmethodik
Hinzu kommt eine rechtliche Dimension: Ein aktuelles Gutachten des Umweltrechtlers Martin Kment (Uni Augsburg) hält das geplante Verbotsregime für europarechtswidrig. Die bisherige Methodik messe nur CO₂, das aus dem Auspuff kommt, nicht aber die Emissionen aus Produktion, Strommix und Batterieherstellung. Damit verstoße man gegen faire Wettbewerbsbedingungen. Sollte das EU-Modell juristisch kippen, wäre das Verbrennen-Verbot von vornherein destabilisiert.
Zusammenfassung (erweiterte Perspektiven)
| Aspekt | Dudenhöffers Position & Kontexte |
|---|---|
| Marktentwicklung | E-Autos werden zunehmend preislich konkurrenzfähig – Absinken von Verbrenner-Verbotsdruck. |
| Politische Debatte | Trotz Markttrend fordern Politiker Rücknahme des EU-Verbots. |
| Industriesicht | Ein Verbot könnte die Umstellung der Autoindustrie erschweren. E-Autos müssen marktreif skalieren. |
| Förderpolitik | Abschaffung des Umweltbonus als Fehltritt, der Elektromobilität ausgebremst habe. |
| Strategische Flexibilität | VDA und EU zeigen mehr Offenheit für technikneutrale Lösungen statt Verbotsrigidität. |
| Rechtliche Fragen | EU-Regulierung steht möglicherweise juristisch auf unsicherem Fundament. |
Fazit
Ferdinand Dudenhöffer bringt es auf den Punkt: Der Wettbewerb zwischen E-Autos und Verbrennern läuft – und der Markt gibt die Richtung vor. Staatliche Eingriffe oder Verbotspläne dürften langfristig überflüssig sein, wenn die Preisparität erreicht und die Industrie mittelfristig zur Massenproduktion bereit ist.
Gleichzeitig bleibt der politische Druck bestehen, die Automobilindustrie zeigt sich zunehmend anpassungsbereit – und auf juristischer Ebene gibt es noch potenzielle Stolpersteine für das Verbrenner-Verbot.
Quelle: “Auto-Experte Dudenhöffer: Das Verbrenner-Aus regelt sich von selbst”, FOCUS online, 25. August 2025 (online veröffentlicht), ergänzt mit Stellungnahmen aus ecomento (15. Mai 2024) und weiteren aktuellen Entwicklungen
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