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Dämmstoffe im Vergleich: EPS, Steinwolle und Holzfaserplatten im Praxistest

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Die Energiekosten bleiben hoch, der Klimaschutz drängt – wer heute sein Haus dämmt, steht vor einer entscheidenden Wahl: Welches Material ist das richtige? Drei Dämmstoffe stechen im Markt besonders hervor: EPS (Styropor), Steinwolle und Holzfaserplatten. Ein Vergleich zeigt ihre Stärken und Schwächen.


EPS – günstig, leicht und weit verbreitet

Expandiertes Polystyrol, besser bekannt als Styropor, gehört zu den meistverkauften Dämmstoffen in Deutschland. Es überzeugt vor allem beim Preis-Leistungs-Verhältnis.

Vorteile:

  • sehr niedrige Kosten pro Quadratmeter
  • leicht zu verarbeiten, auch für Heimwerker
  • gute Dämmwerte bei relativ dünner Schicht
  • feuchteunempfindlich

Nachteile:

  • basierend auf Erdöl, schwache Umweltbilanz
  • im Brandfall problematisch, da es schmilzt und brennen kann (je nach Zusatzstoffen)
  • Recycling ist aufwendig und teuer
  • wenig sommerlicher Hitzeschutz

Typische Anwendung: Fassadendämmung im Wärmedämmverbundsystem (WDVS).


Steinwolle – robust und sicher

Steinwolle zählt zu den Mineralwollen und wird aus geschmolzenem Basaltgestein hergestellt. Sie gilt als Klassiker im Neubau und in der Sanierung.

Vorteile:

  • nicht brennbar (Brandschutzklasse A1)
  • gute Schallisolierung, ideal für Mehrfamilienhäuser
  • feuchtigkeitsresistent, schimmelunempfindlich
  • langlebig und dimensionsstabil

Nachteile:

  • etwas teurer als EPS
  • aufwendiger in der Verarbeitung (Fasern können Haut und Atemwege reizen)
  • mittlere Umweltbilanz (energieintensive Herstellung)

Typische Anwendung: Dachdämmung, Innenwände, Fassaden mit hohen Brandschutzanforderungen.


Holzfaserplatten – die ökologische Alternative

Holzfaserplatten sind aus Restholz gefertigt und gelten als einer der beliebtesten Naturdämmstoffe. Sie verbinden Nachhaltigkeit mit einem angenehmen Raumklima.

Vorteile:

  • sehr gute Ökobilanz (nachwachsender Rohstoff, recyclingfähig)
  • hoher Hitzeschutz im Sommer, speichert Wärme
  • diffusionsoffen: wirkt feuchtigkeitsregulierend
  • angenehme Verarbeitung ohne Hautreizung

Nachteile:

  • teurer als EPS und meist auch Steinwolle
  • schwerer, benötigt stabile Unterkonstruktion
  • nicht so brandsicher wie Mineralwolle (meist Baustoffklasse B2)

Typische Anwendung: Aufdachdämmung, ökologische Fassaden- und Innendämmung.


Technischer Vergleich auf einen Blick

KriteriumEPS (Styropor)SteinwolleHolzfaserplatten
Wärmeleitfähigkeitsehr gut (λ ≈ 0,032–0,040)gut (λ ≈ 0,035–0,045)gut (λ ≈ 0,038–0,050)
Brandschutzmittel (schwer entflammbar)sehr hoch (A1 – nicht brennbar)mäßig (normal entflammbar)
Schallschutzgeringsehr gutgut
Sommerlicher Hitzeschutzschwachmittelsehr gut
Ökobilanzschlecht (Erdölbasiert)mittel (energieintensiv)sehr gut (nachwachsend)
Kostenniedrigmittelhoch

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