Alte Solarpanels überzeugen mit Stabilität
Eine aktuelle Studie aus der Schweiz verdeutlicht, dass Solarmodule, die vor rund 30 Jahren installiert wurden, auch heute noch eine beachtliche Leistung bringen – weit mehr, als viele Fachleute erwartet hätten. Untersucht wurden sechs Anlagen, die zwischen 1987 und 1993 installiert wurden. Trotz der langen Laufzeit zeigten sie in vielen Fällen über 80 % ihrer ursprünglichen Leistung – ein Hinweis darauf, dass Qualität und Materialwahl entscheidende Faktoren sind.
In der Studie wurde deutlich:
- Der Materialmix und die Herstellungsqualität haben großen Einfluss auf die langfristige Performance.
- Auch Alterungsprozesse wie Vergilbung, Delamination oder Mikrorisse führten zu Leistungsverlust, aber oft in überschaubarem Maß.
- Die Umgebung – Temperatur, Klima, Standort – spielt eine wichtige Rolle beim Grad der Degradation.
Worauf die Studie besonders hinweist
Degradation langsamer als vermutet
Viele Module zeigten nur geringe jährliche Leistungseinbußen – deutlich weniger als in älteren Prognosen angenommen wurde. In dieser Untersuchung konnten die Forscher beobachten, dass manche Module nur mit etwa 0,2–0,3 % pro Jahr an Effizienz verlieren.
Technik vs. Praxis – Unterschiede sichtbar
Während Laborversuche oft optimistisch sind, zeigt diese „Real-Welt“-Analyse, wie sich Module über Jahrzehnte verhalten. Es wurde deutlich, dass selbst in anspruchsvollen Klimabedingungen ein hoher Anteil der Leistung erhalten bleiben kann.
Bedeutung für Planung & Investition
Für Investoren, Hausbesitzer:innen und Projektplaner:innen heißt das:
- Module mit hoher Qualität und guten Garantien können länger wirtschaftlich eingesetzt werden als angenommen.
- Bei Planung und Auswahl sollten Langzeitstabilität, Herstellerstandards und Umweltbedingungen stärker berücksichtigt werden.
- Rückstellungen für Wartung und Instandhaltung bleiben wichtig – aber die Durabilität ist nicht zu unterschätzen.
Was wir daraus lernen können – auch für Ihre PV-Projekte
- Materialwahl zählt
Hochwertige Verbundmaterialien, gute Rahmen, sorgfältige Isolation und stabile Verbindungstechniken zahlen sich langfristig aus. - Wartung, Monitoring & Fehlerdiagnose
Regelmäßige Reinigung, Kontrolle der Anschlussstellen und Monitoring-Daten helfen, Abweichungen frühzeitig zu erkennen. - Lebensdauer neu denken
Mit Blick auf die Ergebnisse lohnt es sich, bei Wirtschaftlichkeitsberechnungen auch Laufzeiten über 25–30 Jahre einzuplanen. - Standort- und Klimaanpassung
Standortbedingte Belastungen (z. B. Temperaturzyklen, Feuchtigkeit) müssen bei der Projektierung stärker einbezogen werden.
Fazit:
Diese Studie zeigt eindrucksvoll: Solarmodule können auch nach 30 Jahren noch zuverlässig Strom liefern, vorausgesetzt, sie sind qualitativ hochwertig gefertigt und werden gut gepflegt. Für alle, die über Photovoltaik nachdenken oder bestehende Anlagen betreiben: Eine langfristige Perspektive lohnt sich.
Quelle: Focus / dpa – Bahnbrechende Studie zeigt, wie Solarmodule nach 30 Jahren Nutzung altern
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