In einem aktuellen Praxistest von BILD wurden zahlreiche Elektroautos auf deutschen Autobahnen bei einer konstanten Geschwindigkeit von 130 km/h auf ihre Fahrreichweite im realen Betrieb geprüft. Dabei zeigt sich: Die offiziell beworbenen Zahlen weichen in der Realität oft deutlich ab.
Reichweiten unter realen Bedingungen: Nur acht schaffen mehr als 400 km
Ein vergleichender Test mit 61 Modellen ergab, dass nur acht Fahrzeuge tatsächlich mehr als 400 Kilometer weit kamen. Das bewährte Bild: Werbung verspricht viel, aber der Alltag sieht anders aus.
Darunter finden sich auch prominente Modelle wie der BMW i4 eDrive40 (415 km Reichweite bei 13 °C) und der Mercedes EQS 580 4Matic (411 km bei 4 °C). Doch viele andere stromlinienförmige Versprechen brechen unter Alltagsbedingungen deutlich ein – besonders bei Autobahntempo.
Realität vs. Herstellerangaben
Die Tests verdeutlichen, dass die Reichweitenangaben der Hersteller typischerweise auf optimierten Prüfständen (Laborbedingungen) ermittelt werden und im Alltag – etwa bei 130 km/h – deutlich abfallen. Häufig drücken niedrige Temperaturen oder hohe Geschwindigkeitsspitzen die tatsächliche Reichweite deutlich.
Beispiel: Der Smart Fortwo electric drive verbrauchte im Test stolze 21 kWh pro 100 km, was einer realen Reichweite von nur 84 Kilometern entspricht – bei einem Herstellerwert von 160 Kilometern.
Große Modelle punkten – aber nicht überall
Premium-Stromer können sich tendenziell besser behaupten. BMW i4, Mercedes EQS und der Nio EL7 erreichen in Tests über 350 km bei Autobahntempo. Günstigere Kompaktmodelle wie VW ID.3 oder Skoda Enyaq RS iV verblieben bei nur rund 280 km.
Fazit für die Praxis
- Realistische Reichweite ist König: Wer lange Strecken plant (z. B. Urlaub), sollte sich nicht allein auf WLTP- oder Herstellerangaben verlassen, sondern realistische Praxistests heranziehen.
- Temperatur und Fahrstil entscheidend: Gerade auf langen Autobahnfahrten wirken sich Außentemperaturen stark auf Reichweite und Verbrauch aus.
- Premium zahlt sich aus – bis zu einem gewissen Grad: Hochpreisige Modelle liefern tendenziell bessere Autobahnreichweiten, aber auch hier gilt: Wer 400 km im Alltag erreichen will, muss genau vergleichen.
Dieser Artikel soll Leserinnen und Leser realistisch auf die Herausforderungen sensitiver Reichweiten von Elektroautos im Alltag vorbereiten – insbesondere bei Autobahnfahrten. Die Diskussion: Reichweitenangaben versus Praxisdaten bleibt elementar für eine fundierte Kaufentscheidung.
Quelle: BILD, „Tempo 130 im Check: Welche E‑Autos sind die Autobahn‑Sparmeister?“
(Für detaillierte Testergebnisse ist der Volltext auf BILDplus verfügbar.)
Sie wünschen weitere Informationen? Kontaktieren Sie uns









